Mit großer
Betroffenheit musste die
Aphasie-Selbsthilfegruppe Duisburg zur Kenntnis nehmen, dass ihr
Gründungsmitglied, Franz-Josef
„Franjo“ Kock, kurz nach seinem 87. Geburtstag am 26. Februar 2017
verstorben war. Warum hatte er im
Jahr 1993 sehr zielgerichtet und energisch diese Selbsthilfegruppe ins
Leben gerufen? Franjo war
beruflich Leiter des deutschen Grubenrettungswesen in Essen. Er hatte
schon früh, 1965, bei einer solchen Rettung schwerste Verbrennungen
erlitten, aber seine Lebenskraft hatte ihn angetrieben, wieder
arbeitsfähig zu werden. So konnte er weitere 25 Jahre in seinem
erlernten Beruf mit Zuversicht arbeiten. Erst als er sich am 18. Juli
1991 an seinen Arbeitsplatz in Essen gesetzt hatte, war er plötzlich
nicht mehr in der Lage zu sprechen oder aufzustehen. Dieses Ende seiner
täglichen Arbeit motivierte ihn aber, alles zu unternehmen, um durch
unendlich viele Übungen innerhalb von zwei Jahren seine Sprache
zurückzugewinnen. Er hatte erfahren, dass die Sprache nicht dauerhaft
verloren sein muss, aber durch gute Eigenaktivität zumindest verbessert
werden kann. Fortan hatte er,
immer mit Unterstützung seiner Frau Ingrid, die Selbsthilfegruppe
Aphasie ins Leben gerufen und mit vielfältigsten Initiativen Übungsmöglichkeiten
für seine Mitglieder geschaffen. Unermüdlich waren beide immer
hilfsbereit und freundlich. Auch als er in 2005
den Vorsitz abgab, waren er und seine Frau regelmäßig dabei, was immer
die Gruppe vorhatte. Seine Lebensfreude war spürbar, aber sie war für
ihn vor allem durch Disziplin und Selbstbewusstsein umsetzbar. Franjo war eine
beeindruckende Persönlichkeit, die in bester Erinnerung bleibt. Die
Aphasie-Selbsthilfegruppe Duisburg wird ein ehrendes Andenken bewahren.
